Wer wir sind:


Die Innung vertritt die Interessen der Mitglieder in der Öffentlichkeit und sorgte auch in schwierigen Zeiten z. B. während und besonders nach den beiden Weltkriegen für ihre Mitglieder oder Hinterbliebenen. Aber vor allem sorgt die Innung für die Weiterentwicklung und Nachwuchsförderung und somit für das Fortbestehen des (in den 50er Jahren umbenannten) Raumausstatter- und des Sattler-Handwerks.

 

Unsere Aufgaben:

 

- Oganisation der Vobereitung und Durchführung der Zwischen- und Gesellenprüfungen

- Eintragung der Lehrveträge in die Lehrlingsrolle

- telefonische Auskünfte und Beratung

- Organisation von Seminaren

- Verkauf/Versand von Lehrverträgen und Berichtsheften

- Information der Mitglieder über rechtliche, wirtschaftliche und fachliche Neuerungen

 

Gerade in der heutigen Konsumgesellschaft gilt es die Wertschätzung des Individualisten zu erhalten und zu fördern, dem der Raumausstatter oder Sattler, der sein Handwerk – wegen seiner Verbindung von praktischem Nutzen, technischen Fertigkeiten und ästhetischem Wertgefühl – als eines der schönsten liebt, mit helfender Hand zur Seite steht.


Man kann sagen, seit Beginn der Kulturgeschichte der Menschheit existiert das Handwerk, das durch den Raumausstatter vertreten wird.

 

In Frankreich entstand der Ursprung des Berufs der „Tapecier“ schon vor 1300, während er durch die Hugenottenvertreibung aus Frankreich im 17. Jahrhundert nach Berlin gelangte. Erst am 18. April 1845 entstand ein freiwilliger Zusammenschluss von Tapezierermeistern zu Berlin, der als Gründungstag der Innung angesehen wird. Nach klarer Definierung der Arbeitsbereiche des Tapezierers:

 

• die Tapezierung der Zimmer und anderer Räume

• die Polsterung aller Mobilien, welche zur Einrichtung der Zimmer gehören

• das Legen aller Fußböden in Zimmern etc.

• die Anfertigung von Markisen, Staubrouleaus etc.

• die Garnierung aller Arten von Stickereien, soweit sie zur Ausschmückung der Zimmer gebraucht wurden

• die Anfertigung von Dekorationen und Drapierungen, ebenfalls zur Ausschmückung innerer Räume

 

und durch die Zulassung des Magistrats, das Recht, die Gesellen- und Meisterprüfungen in Eigenverantwortung abzunehmen.


Die Urspünge des Sattlerberufes gehen bis auf die Urbewohner unserer Erde zurück, denen schon gegerbte Felle und Häute zur Ausstaffierung ihrer Wohnstätten gedient haben.

 

Das Sattlerhandwerk entwickelte sich aus den Berufen der Beutler, Nadler, Gürtler, Riemer und Täschner. Im Mittelalter gelangte der hl. Wolfhard als Sattler zu Reichtum und Ansehen und wurde später zum Schutzpatron des Sattlerhandwerks ernannt. Mit den Mauren kam aus dem arabischen Raum die so genannte Maroquinerie nach Spanien. Hierbei handelt es sich um eine Form der Lederbearbeitung, wobei mit Prägewerkzeugen typische Muster in die Lederoberfläche geschlagen werden. Diese Kunst erreichte ihre Blütezeit um 1400; sie war besonders beim Adel und beim Militär beliebt und verbreitet.

 

Im Jahre 1534 wurde in Berlin eine Riemer-Innung gegründet. Anfang des 18. Jahrhunderts schlossen sich Riemer und Sattler mit den Tapezierern zu einer Zunft zusammen. „Handwerk hat goldenen Boden“ – dieser Satz galt lange Zeit auch für die Sattler, denn in fast allen Leben- und Wirtschaftsbereichen der Menschen wurden Lederwaren nachgefragt und verwendet. Die Nutzung der Dampfkraft durch Dampfmaschinen und die damit verbundene industrielle Fertigung vieler Gebrauchsgegenstände bereitete auch den Sattlerbetrieben Schwierigkeiten, weil die Pferde praktisch überflüssig wurden. Immer mehr Sattler mussten ihr Gewerbe aufgeben.

 

In den letzten 35 Jahren erfuhr mit der Wiederbelebung der Pferdenutzung im Hobby- und Sportbereich auch der Beruf des Reitsportsattlers eine Renaissance. Er stellt überwiegend Sättel, Riemenzeug, Fahrgeschirre und Zaumzeug her. Die weiteren Arbeitsbereiche der Sattler sind heute Autosattler und Fein- und Sportartikelsattler.