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Wie entsteht eigentlich ein individuelles Sofa?

 

Wenn es draußen wieder kälter und auch ungemütlicher wird, suchen wir uns einen kuschligen Platz in unseren eigenen vier Wänden. Wir sehnen uns nach Wärme und Gemütlichkeit, nach Geborgenheit und Ruhe.

 

Manchmal überkommt uns dann die Sehnsucht danach, mit einem guten Buch und einer Tasse Tee einen Nachmittag auf unserem bequemen Sofa zu verbringen. Wir genießen es, eingekuschelt in Kissen und Decken mal wieder Zeit für uns selbst zu haben und lassen das ungemütliche Wetter draußen vor der Tür.

 

Es ist eine Art Selbstverständlichkeit, dass unser Sofa auf uns wartet und wir es uns auf ihm gemütlich machen können.

 

Das Sofa gehört zu uns und unserer Einrichtung, wie der Sturm zum Herbst und das Feuer zum Kamin.

 

Doch wie entsteht ein Sofa? 

 

Kaum jemand macht sich darüber Gedanken. Da wir diesem Möbel aber viele behagliche Stunden verdanken, ist es wohl an der Zeit, ihm einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Am Anfang steht auch hier immer die Idee. Wie soll das Sofa aussehen? Welchen Stil soll es haben? Wie groß soll es sein? Welche Form wird es haben und aus welchen Materialien soll es bestehen?

 

Damit die Idee Formen annimmt, werden zunächst Skizzen aus unterschiedlichen Perspektiven gefertigt. Häufig werden auch unterschiedliche Varianten skizziert. Hat man sich dann für eine entschieden, erfolgt die Farbwahl. Die Skizze wird coloriert und man erhält eine Eindruck von der Wirkung des Sofas. 

 

Anhand der Skizze wird dann ein kleines Modell angefertigt. Dieses maßstabsgetreue „Mini-Sofa“ wird nun mit dem ausgesuchten Stoff überzogen. Manchmal wird es in eine Art „Puppenstube“ gestellt, um zu testen, wie es im Raum und im Zusammenspiel mit anderen Möbeln zur Geltung kommt.

 

In einigen Fällen wird auch ein Entwurf in Originalgrösse aus Schaumstoff hergestellt. Mit seiner Hilfe ist es möglich auszuprobieren, welchen Sitzkomfort das Sofa bieten wird. 

 

Einige Hersteller testen an einem extra gefertigten Prototypen die Eigenschaften des späteren Sitzmöbels.

 

Aufwendig hergestellte Einzelstück entstehen dagegen meist ohne vorherige Erprobung an originalgrossen Mustern. 

 

Bei deren Herstellung ersetzt die jahrelange Erfahrung und das handwerkliche Geschick des Sofabauers den Prototypentest.

 

Die Konstruktion eines Sofas beginnt mit dem Gestell.

 

Damit das Grundgerüst lange lebt und besonders stabil ist, wird es meist aus massivem Hartholz hergestellt.

 

Dieses Material ist besonders robust, atmungsaktiv und schadstoffarm. 

 

Die Hölzer werden entsprechend der Pläne zugeschnitten und lackiert. Dann werden die Teile verleimt, verzapft oder verdübelt.

 

Um ein Durchscheuern zu vermeiden, werden die Holzteile an später besonders beanspruchten Stellen abgerundet. 

 

Wenn das Untergestell fertig ist, geht es an die Polsterung des Sofas. In der Regel besteht die Polsterung aus einer Unterfederung, einem Federkern und aus Schaumstoff. 

 

Auch hier gilt: je hochwertiger die eingesetzten Materialien, umso länger die Lebensdauer des Sofas.

 

Die beiden häufigsten Formen der Unterfederung sind Gurte oder die Stahlwellenfedern. 

Die wellenförmigen Federn geben bei Druck leicht nach, ohne dass man zu stark einsinkt. Sie sorgen für eine bessere Abfederung als Gurte. Häufig werden beide Materialien eingesetzt. Die Sitzfläche wird mit Federn verspannt und bei der Rückenlehne kommen Gurte zum Einsatz. Um die Unterfederung vor Abrieb zu schützen und das Klappern der Federn zu verhindern, wird sie nach Fertigstellung mit Matten aus Filz, Kork oder Leinen abgedeckt.

 

 

Über die Unterfederung wird dann ein Federkern angebracht. Die klassische Variante ist der Zylinderfederkern. Eine Weiterentwicklung dessen ist der Bonellfederkern, der heutzutage häufiger eingesetzt wird. Ein hochwertiger Federkern erhöht den Sitzkomfort und die Qualität des Sofas. 

 

Über den Federkern kommen meistens eine oder mehrere Schichten Polsterungen. Diese Schaumstoffpolsterung sorgt je nach Beschaffenheit für unterschiedliche Sitzeigenschaften. Fester Schaum sorgt für Stabilität und weicher für Bequemlichkeit. 

 

Nach der Polsterung der Sitzfläche und der Rückenlehne, wird das Sofa bezogen.

 

Meistens wird der Bezug an der Unterseite gespannt und getackert.

 

Für den Bezug stehen unterschiedliche Materialien mit individuellen Eigenschaften zur Auswahl. 

 

Grob kann zwischen Leder- und Stoffbezügen unterschieden werden. Doch diese Unterscheidung ist viel zu allgemein. Mittlerweile gibt es auch synthetische Materialien, die zum Einsatz kommen.

 

Leder ist nicht gleich Leder und Stoff ist nicht gleich Stoff. Die einzelnen Bezüge unterscheiden sich stark in ihrer Pflegeintensität, ihrer Wirkung, ihrer Strapazierfähigkeit und ihrem Kuschelfaktor. 

 

Damit Ihr Sofa zu Ihrem Lieblingsmöbelstück wird, empfehlen wir Ihnen, sich beim Fachmann beraten zu lassen. Ihr Raumausstatter berät Sie individuell und macht auch aus Ihrem Polstermöbel ein Traumsofa. 

 

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