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Unternehmen suchen Auszubildende - Wie findet man den passenden Azubi?

In unseren Blogbeiträgen haben wir uns schon mehrfach über die Problematik des Azubimangels in der Branche berichtet.

 

In der Vergangenheit haben viele Handwerksbetriebe geschildert, dass es ihnen schwer fällt ihre freien Lehrstellen zu besetzen. Es fehlt oft an interessierten und geeigneten Bewerbern. 

 

2018 stieg die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auf eine neue Höchstmarke. Rund 58.000 Stellen blieben unbesetzt. Unter den Top 10 der unbesetzten Ausbildungsplätze im gleichen Jahr war auch das Handwerk mit einzelnen Gewerken vertreten. Leider ist die Lücke zwischen den angebotenen und den gefragten Ausbildungsplätzen weiterhin sehr hoch.

 

Die Gründe dafür, warum Betriebe und potenzielle Azubis nicht zueinander kommen, sind vielfältig. 

 

Unter der Überschrift: „ Bewerber fehlen und Lehrstellen sind nicht dort, wo mögliche Azubis suchen“ ist die Deutsche Handwerkszeitung im letzten Jahr auf diese Problematik eingegangen:

https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/viele-freie-lehrstellen-warum-bewerber-dennoch-erfolglos-bleiben/150/9447/393530

 

Unterschiedliche Studien haben drei Hauptprobleme identifiziert. 

 

Passungsprobleme, weil Betriebe die Bewerber für nicht geeignet halten oder umgekehrt die Bewerber den Betrieb nicht für attraktiv genug halten: Das betrifft mit 44 Prozent knapp die Hälfte der unbesetzten Lehrstellen. Am meisten geschehe dies im Einzelhandel.

 

Bewerber fehlen: Bei einem Drittel der Betriebe, die ihre Lehrstellen nicht besetzen können, gibt es schlicht und einfach keine Bewerber in dem betreffenden Ausbildungsberuf. Dies betrifft besonders Branchen wie das Lebensmittelhandwerk oder das Hotel- und Gastronomiegewerbe.

 

Fehlende Mobilität: Knapp ein Viertel (23 Prozent) der unbesetzten Stellen blieb frei, weil die potenziellen Bewerber in anderen Regionen leben und für den Ausbildungsplatz nicht ihren Wohnort wechseln. Dies betrifft laut der Studie in besonderem Maße Bayern und Sachsen.

 

Doch welche Möglichkeiten haben Unternehmen erfolgreich ihre Ausbildungsplätze zu besetzen? An welchen Stellschrauben können sie ansetzen?

 

Eines hat sich in den letzten Jahren immer stärker gezeigt, wer gute Azubis finden möchte, muss sich immer mehr einfallen lassen.

 

Junge Menschen sind auf der Suche nach Ausbildungsbetrieben, die sie attraktiv finden. Betriebe müssen auf sich aufmerksam machen und sich den möglichen Azubis interessant präsentieren.

 

Für die Jugendlichen spielt die Unternehmenskultur eines Betriebes heutzutage eine wesentliche Rolle. 

 

Das Wir-Gefühl, die Zusammenarbeit im Team, die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit bzw. Familie nehmen einen sehr hohen Stellenwert bei ihnen ein. 

Auch die Perspektiven, die sich ihnen nach der Ausbildung bieten, sind 

den Azubis wichtig. 

 

Doch was bedeutet das im Umkehrschluss für die Handwerksbetriebe?

 

Junge Leute lassen sich am besten dort erreichen, wo sie täglich unterwegs sind. Besonders geeignet sind dafür natürlich die sozialen Netzwerke. Auf unterschiedlichen Plattformen kann eine Firma dort auf sich aufmerksam machen.

 

Die Ansprache darf nicht langweilig aber auch nicht zu übertrieben sein. Eine interessante Präsentation ergibt sich aus einer Mischung aus Authentizität 

und Frische. Ein Arbeitgeber sollte sich als eigene „Marke“ individuell präsentieren. Dem möglichen Bewerber gefällt es, wenn er erkennen kann, was genau das Unternehmen ausmacht und welche Arbeiten er in seiner Ausbildung tätigen kann. 

 

Die Jugendlichen wünschen sich Informationen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitsabläufen, Karrieremöglichkeiten, Übernahmechancen. Neben den Angaben zur Vergütung, spielen auch mögliche freiwillige soziale Leistungen seitens des Arbeitgebers eine wesentliche Rolle.

 

Je nach Budget kann ein Unternehmen sich auf sehr vielen Wegen präsentieren und hat unterschiedliche Möglichkeiten, Interessenten zu überzeugen.

 

Ob Online-Werbekampagne auf Instagram, Autobeschriftung, Imagevideos oder auch die Zusammenarbeit mit Jobbörsen - wichtig ist eine authentische und aktive Bewerbung der eignen Ausbildungsplätze.

 

Sobald ein Jugendlicher sich für die Ausbildung in einem Unternehmen seiner Wahl interessiert, möchte er sich unkompliziert und schnell bewerben.

 

Digital und am besten direkt über das immer im Zugriff befindliche Smartphone - so wünschen sich junge Leute eine Bewerbung.

 

Online-Bewerbungen sparen Zeit und Papier und verringern den Verwaltungsaufwand. 

 

Ein Unternehmen, das digitalaffine junge Menschen ansprechen möchte, sollte für diese Form der Bewerbung gut ausgerüstet sein.

 

Die Bewerbung findet schnell den Weg zum Ausbildungsbetrieb und dieser hat die Möglichkeit zügig darauf zu antworten und den Azubi zum Bewerbungsgespräch einzuladen.

Wenn es dann zum Azubi-Bewerbungsgespräch kommt, so gilt es auch hier, sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu präsentieren.

 

Bewerber erwarten von Arbeitgebern eine gute Vorbereitung und eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Das Vorstellungsgespräch sollte von der Begrüßung bis hin zur Verabschiedung strukturiert sein und dem Azubi sollte Wertschätzung entgegengebracht werden.

 

Punkten kann hier der Betrieb, der sich glaubwürdig präsentiert, Transparenz zeigt und dem Jugendlichen einen Ausblick gibt, wie es nach dem Gespräch weitergeht. 

 

Um mögliche Kanditen nicht zu verlieren ist es wichtig, ihnen schnell eine Zusage zu erteilen. Auch das macht einen Betrieb für einen Azubi interessant.

 

Auch wenn es aktuell nicht absehbar ist, was die Zukunft für Unternehmen und Azubis bringt - gut ausgebildete Fachkräfte sind weiterhin wichtig für die Branche.

 

Sehr gerne möchten wir mit Ihnen über dieses oder andere Themen rund um das Handwerk diskutieren und laden Sie deshalb auf unsere Facebook Seite ein: https://www.facebook.com/Berliner.Innung/

 

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