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Familienunternehmen im Handwerk

Das Handwerk ist der Wirtschaftsbereich mit dem größten Anteil an Familienunternehmen. Über 75 Prozent aller Handwerksbetriebe sind Familienbetriebe, die von einem Ehepaar geleitet werden.

 

Häufig werden im Unternehmen die eigenen Kinder ausgebildet, beschäftigt und in den meisten Fällen auf die Weiterführung des Familienbetriebes vorbereitet.

 

Familienfreundlichkeit ist daher in der Branche schon aufgrund dieser traditionellen Unternehmensführung grundsätzlich eine Selbstverständlichkeit. 

 

Doch nicht nur aus diesem Grund legt das Handwerk großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 

 

In Zeiten des Fachkräfte- und Nachwuchsmangels trägt das Angebot an familienfreundlichen Arbeitsbedingungen wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei.

 

Die Leistungsbereitschaft, das Engagement, die Flexibilität und die Kundenorientierung der Mitarbeiter sind die Eckpfeiler des Erfolges eines jeden Unternehmens.

 

Die Motivation eines jeden Einzelnen hängt nicht zuletzt an der persönlichen Zufriedenheit.

 

Diese Zufriedenheit zu erreichen: beim Unternehmer, dem Mitarbeiter, dem Nachwuchs - und das bei gleichzeitig steigenden Anforderungen und hoher Arbeitsbelastung - ist die Herausforderung, der sich die Branche stellen muss.

 

Sowohl aus betriebswirtschaftlichen als auch aus Gründen der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung, ist es sinnvoll in die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu investieren.

 

Zufriedene Mitarbeiter sind leistungsbereiter, engagierter, flexibler, kundenorientierter und nicht zuletzt auch gesünder als ihr unzufriedener Gegenpart.

 

Sie binden sich länger an das Unternehmen, verursachen weniger Fehlzeiten und sind konzentrierter bei der Ausübung ihrer Tätigkeit.

 

Für das Unternehmen bedeutet das: weniger Fluktuation und die Vermeidung von Kosten in den unterschiedlichsten Positionen.

 

Gleichzeitig wird die Attraktivität des Betriebes erheblich gesteigert, was gerade im regionalen Arbeitsmarkt von großer Bedeutung ist.

 

Die Frage in der Branche lautet also nicht ob Zufriedenheit erreicht werden soll, sondern wie diese hergestellt werden kann.

 

In der heutigen Zeit spielt es für den Großteil der Bevölkerung eine große Rolle, dass das   Familienleben und die Erwerbstätigkeit in einem ausgewogenes Verhältnis zueinander stehen.

 

Das Familienleben ist so individuell, dass es sich in kein Schema legen lässt. Gerade das macht die Thematik so komplex. 

 

In einer Gesellschaft, in der Menschen immer älter werden, Frauen genauso aktiv im Berufsleben eingebunden sind wie Männer und unterschiedlichste Lebensmodelle gelebt werden, ist es herausfordernd, den daraus entstehenden Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden.

 

Doch die passenden und umfassend auf die Situation des Einzelnen zugeschnittenen Maßnahmen machen deren Erfolg aus.

 

Das Handwerk hat bei der Einführung und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Branchen. 

 

Aufgrund der meist kleineren Betriebsgrößen lassen sich Probleme häufiger auf kurzen Wegen klären und Lösungen können schneller gefunden und umgesetzt werden.

 

Was genau kann „Familienfreundlichkeit“ im Einzelfall bedeuten und welche Angebote sind möglich?

 

Ein häufiges Bedürfnis der Beschäftigten ist es, ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten zu können.

 

Sowohl die Betreuung von Kindern, als auch die Pflege von Angehörigen sind Gründe für weibliche und auch zunehmend männliche Angestellte einem flexiblen und verlässlichen Arbeitszeitmodell den Vorzug zu geben. 

 

In der heutigen Arbeitswelt sind die Frauen im Handwerk eine wichtige Zielgruppe bei der Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung. Der Anteil der Frauen wird perspektivisch weiter steigen und die Branche verstärken. 

 

Gerade die Frauen sind es, die derzeit noch den Grossteil der Aufgaben bei der Betreuung von Kindern und der Pflege von Angehörigen übernehmen. Um sie für die Unternehmen zu gewinnen, ist es notwendig, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle anzubieten.

 

Auch die Unterstützung der Beschäftigten bei der Kinderbetreuung trägt wesentlich zur Familienfreundlichkeit bei. Durch die Einbindung von Tagesmüttern und Kindertagesstätten in ein lokales oder regionales Netzwerk, können zum Beispiel Betreuungsplätze vermittelt und Kontakte hergestellt werden. 

 

Die zusätzlichen finanzielle Unterstützung von Familien durch den Kinderbetreuungszuschuss nach § 3 Nr. 33 EStG wertet diese Maßnahme noch auf.

 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird auch durch das Angebot von Homeoffice gefördert. Durch die zunehmende Digitalisierung können unterschiedlichste Arbeitsvorgänge von zu Hause aus erfasst und koordiniert werden. Fahrten oder Wege zur Arbeit entfallen und Arbeitszeiten können bedarfsgerecht gestaltet werden.

 

Gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie zum Beispiel das Angebot von Sport-, Ernährungs- oder Entspannungskursen runden das Angebot an familienfreundlichen Maßnahmen in den Handwerksbetrieben noch ab.

 

Familienfreundlichkeit ist ein Erfolgsfaktor für das Handwerk. Der Nutzen liegt sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeiter auf der Hand. Die Vorteile lassen sich auf beiden Seiten nachweisen und sollten Anreiz genug sein, die Familienfreundlichkeit in der Branche auszubauen. 

 

Informationen für Unternehmen sind auf der folgenden Internetseite zu finden: 

 

https://www.zdh.de/presse/publikationen/broschuerenmagazine/broschuere-zum-ideenwettbewerb-familienfreundlichkeit-im-handwerk/

 

Sehr gerne möchten wir mit Ihnen über dieses oder andere Themen rund um das Handwerk diskutieren und laden Sie deshalb auf unsere Facebook Seite ein: https://www.facebook.com/Berliner.Innung/

 

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