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Ehrenamt im Handwerk - Stütze der Gesellschaft

In Deutschland engagieren sich mehr als 30 Millionen Menschen ehrenamtlich. 

 

Das Ehrenamt hat hierzulande eine große und nicht zu unterschätzende Bedeutung in unserer Gesellschaft.

Ursprünglich war das Ehrenamt als Zugeständnis an die Bürger eingeführt worden. Aus Angst davor, dass die Französische Revolution auch ihren Weg nach Preußen finden könnte, gab die preußische Regierung im Jahr 1808 einige kommunale Gestaltungskompetenzen an das Volk ab. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Vereinsstrukturen, die Menschen die Möglichkeit gaben, sich privat zu engagieren.

 

Mit der Verankerung des Rechts auf Vereinsgründung im Artikel 9 des Grundgesetzes und den Regelungen zum Vereinsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch wurden Grundlagen geschaffen, die die große Bedeutung dieser Form der gesellschaftlichen Arbeit auch in unserer modernen Zeit demonstrieren.

 

In den unterschiedlichsten Bereichen unterstützen auch heute die Ehrenamtlichen die Gemeinschaft durch die Übernahme von freiwilligen Aufgaben. 

 

Einige gesellschaftliche Bereiche würden ohne das ehrenamtliche Engagement nicht vorankommen. Das gilt zum Beispiel für das Vereinswesen. 

 

Ob im Sport-, Dorf- oder Elternverein, in der Feuerwehr, im Tierschutz, im Altenheim oder in der Kirche - grundsätzliche üben junge und alte Menschen aller Berufs- und Bevölkerungsgruppen Ehrenämter in ihrer Freizeit aus.

 

Viele dieser freiwilligen Helfer sind Handwerker. In kaum einem anderen Berufszweig gibt es so viele Ehrenamtliche wie im Handwerk.

 

Als Inhaber oder Mitarbeiter eines Handwerksbetriebes leisten sie durch das Erbringen von Dienst- und Sachleistungen, durch Sponsoring und/ oder der Weitergabe ihres Know-hows einen großen Beitrag.

 

Im Handwerk hat das Ehrenamt schon immer Tradition. Vor allem im ländlichen Bereich sind Handwerker eine starke Stütze im regionalen Vereinsleben.

 

Und auch in ihrem eigenen Wirtschaftsbereich trägt das ehrenamtliche Engagement eines jeden Einzelnen dazu bei, das vieles im Handwerk funktioniert.

 

Im Rahmen des Selbstverwaltungsprinzips, übernehmen Ehrenamtliche die Ausführung von staatlich übertragenen Aufgaben. Dazu zählt zum Beispiel die Abnahme von Prüfungen.

 

Das Prinzip der Selbstverwaltung ist jahrhundertealt und begründete sich schon im 12. Jahrhundert mit der Entstehung der Zünfte.

 

Der Zusammenschluss von Handwerkern einer Zunft dient unter anderem zur Wahrung von gemeinsamen Interessen und der Mitgestaltung der eigenen Zukunft. Eine Besonderheit im Handwerk ist die Einbindung von sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmerinnen und - nehmern in selbstverwaltende Gremien. Beide Seiten engagieren sich dort gemeinsam für die Belange des Handwerks.

 

Rund 110.000 ehrenamtlich tätige Handwerker sorgen dafür, dass die für den Berufsabschluss notwendigen Prüfungen absolviert werden können. Ihre Mitarbeit in einem der rund 11.000 Prüfungsauschüsse ist unverzichtbar für die Sicherung der Qualität im Bereich der Ausbildungsarbeit und der Nachwuchsförderung.

 

Doch nicht nur im Inland engagiert sich das Handwerk. Seit Jahrzehnten unterstützen Handwerker im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit Betriebe und Kammern in Partnerländern.

 

Das Ehrenamt geht rund um die Welt. Viele Freiwillige helfen in anderen Ländern, um dort das Leben von Menschen zu verbessern.

 

In der Regel vermitteln die deutschen Handwerksbetriebe spezifisches Wissen oder wenden dieses vor Ort an.

 

Beispiele für solche Projekte gibt es sehr viele und aus allen Gewerken:

 

Die Hörakustikerin, die in Uganda den Schwerhörigen mit ihrem Handwerk neue Perspektiven aufzeigt; der Solartechniker, der in Ruanda mit seinen Mitarbeitern die Wasser - und Stromversorgung aufbaut; die Gebäudetechniker, die in Mosambik Versorgungsgebäude errichten. 

 

Das ist nur eine kleine Auswahl an Vorhaben, die deutsche Handwerker im Ausland ehrenamtlich unterstützen und sie verdeutlicht die Vielfältigkeit der Tätigkeiten, die im Rahmen des Ehrenamts auch über die Grenzen hinaus ausgeübt werden.

 

Das Gesellschaftliche Engagement eines jeden Einzelnen hat einen wesentlichen Einfluss auf unsere Lebensqualität. Gäbe es die vielen Ehrenamtlichen nicht, so lägen viele Landesteile kulturell brach, es gäbe weniger Sportveranstaltungen, die Retter in der Not bei Unfällen und Bränden würden fehlen - wahrscheinlich würde unsere Gesellschaft ohne das Ehrenamt in vielen Bereichen nicht funktionieren und anders aussehen.

 

 

Herzlichen Dank an alle ehrenamtlichen Helfer!

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