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WhatsApp im Unternehmen

Der Messenger-Dienst WhatsApp erfreut sich weltweit weiterhin großer Beliebtheit. Mittlerweile wird dieser Kommunikationsweg nicht nur im privatem Bereich genutzt, sondern immer mehr Unternehmen haben diesen Dienst in ihren Alltag integriert.

 

Nicht nur Mitarbeiter untereinander kommunizieren auf diesem Weg, sondern auch Kunden nutzen diesen Service, um unkompliziert den Kontakt zum Unternehmen herzustellen.

 

Einer Studie aus dem Jahr 2018 zufolge nutzen zwei von drei Deutschen soziale Medien. In Deutschland nutzen 56 Prozent der Bevölkerung WhatsApp, damit ist die Facebook-Tochter hierzulande die populärste App unter den sozialen Medien.

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article187467222/Facebook-WhatsApp-Instagram-So-nutzen-die-Deutschen-soziale-Medien.html

 

Bei so vielen Nutzern ist es verständlich, dass auch Unternehmen den Wert dieses Kommunikationskanals für sich erkannt haben. Die meisten Kunden stehen einer Kommunikation auf diesem Weg sehr offen gegenüber.

 

Mittlerweile hat der Messenger-Dienst sein Angebot ausgeweitet und WhatsApp Business auf den Markt gebracht. Dieser Dienst ist für Unternehmen ausgelegt und soll selbigen die Kommunikation mit Kunden vereinfachen.

 

Die Hinterlegung von Standardtexten ermöglicht es Betrieben beispielsweise auf häufig gestellte Fragen schnell und ohne erneutes Eintippen zu antworten. 

 

Die Nutzer können sich ein umfangreiches Profil einrichten, welches die wichtigsten Informationen zum Unternehmen auf einen Blick erkennbar macht.

 

Weiterhin bietet die App dem Anwender die Möglichkeit, Chats mit Hilfe von Labels, wie zum Beispiel „Neue Bestellung“ oder „bezahlt“, schnell und übersichtlich zu sortieren.

 

Das klingt an sich alles sehr vielversprechend und nach einem unkomplizierten Übertragungsweg. 

Doch leider ist es in der nicht so unproblematisch diesen Kanal zur Informationsübermittlung im Unternehmen einzusetzen.

 

Viele sind verunsichert: Was sagt der Datenschutz zum Thema „WhatsApp“ ?

 

Spätestens seit dem letzten Jahr ist das Thema „Datenschutz“ in aller Munde, denn durch die Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist es in den Fokus aller Unternehmen gerückt.

 

Welche rechtlichen Regelungen gelten bei der Nutzung von WhatsApp?

 

Grundsätzlich gilt die DSGVO für beide Versionen der App.

 

In der EU ist der Umgang mit personenbezogenen Daten streng geregelt. Zusammengefasst kann man sagen, dass jegliche Art der Verwendung der Daten von Verbrauchern nicht ohne deren Zustimmung erlaubt ist.

 

Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen hat auf Ihrer Internetseite ein Merkblatt für die Nutzung von WhatsApp in Unternehmen hinterlegt.

 

https://lfd.niedersachsen.de/startseite/themen/wirtschaft/nutzung_von_whatsapp_im_unternehmen/merkblatt-fuer-die-nutzung-von-whatsapp-in-unternehmen-166297.html

 

Die Behörde positioniert sich eindeutig und weist daraufhin, dass der Einsatz dieser App in Unternehmen gegen die Datenschutzgrundverordnung verstößt. Das gilt für beide Versionen dieses Dienstes.

 

Was macht den Einsatz von WhatsApp in Unternehmen aus Sicht der Datenschützer so bedenklich?

 

Hier ein Auszug aus dem veröffentlichten Merkblatt, das auf der oben genannten Internetseite abrufbar ist:

 

„ [...] Es ergeben sich im Wesentlichen vier datenschutzrechtliche Problemstellungen:

 

1. Die Übermittlung der Kontakte aus dem Adressbuch des Nutzers an WhatsApp.

2. Die Übermittlung von personenbezogenen Daten in die USA.

3. Die Nutzung von personenbezogenen Daten durch WhatsApp.

4. Die Übermittlung der Nutzerdaten an andere Unternehmen des Facebook-Konzerns. [...]“

 

WhatsApp synchronisiert regelmäßig die Kontaktdaten. Jeder Nutzer, der die App auf seinem Gerät installiert, gestattet dem Dienst den Zugriff auf die Telefonnummern seiner Kontakte.

 

Damit erhält der US-Konzern auch die Telefonnummern von den Kontakten, die WhatsApp nicht nutzen. Diese Weitergabe von Daten an einen Dritten bedarf der Zustimmung durch die betroffenen Personen. Da eine solche Zustimmung in der Regel nicht vorliegt, wird hier ein Verstoß gegen den Datenschutz begangen.

 

Ebenfalls ist es nicht bekannt, in welcher Form die Facebook-Tochter die so erhaltenen Daten und Informationen nutzt.

 

Aus Sicht des Datenschutzes ist die in Deutschland derzeit beliebte App aktuell nicht für den Einsatz in Unternehmen geeignet.

 

Als Alternativen zu WhatsApp stellt die FAZ in einem Artikel unter anderem Threema vor. 

 

Der Schweizer Messenger-Dienst verzichtet auf Wunsch auf die Synchronisation des Telefonbuches. 

 

Threema erstellt für die Identifizierung seiner User einen zufällig generierten Code - die sogenannte Threema-ID.

 

Diese Verfahren ermöglicht es den Dienst völlig anonym zu nutzen.

 

Das Unternehmen speichert die von ihm gesammelten und verschlüsselten Daten ausschließlich auf Servern in der Schweiz.

 

Die Zahl der Nutzer steigt seit einigen Jahren jährlich kontinuierlich an. Somit könnte Threema eine Option für den Einsatz auf Diensttelefonen sein.

 

Weitere Informationen dazu finden Sie hier:

 

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/kein-whatsapp-zulaessige-messenger-auf-diensthandys-15626161.html

 

Sehr gerne möchten wir mit Ihnen über dieses oder andere Themen rund um das Handwerk diskutieren und laden Sie deshalb auf unsere Facebook Seite ein: https://www.facebook.com/Berliner.Innung/

 

 

 

 

 

 

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