Tradition und Moderne

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ (Thomas Morus)

 

In kaum einer Branche gehen Tradition und Moderne so fließend ineinander über, wie im Handwerk. 

 

Alte Bräuche und alte Techniken werden von Generation zu Generation weitergegeben und bestehen bis in die Gegenwart.

 

So verleiht die Zunftkleidung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielen traditionellen Gewerken ihr unverwechselbares, traditionsreiches Äußeres.

 

Zu den Trägern solcher „ Kluft“ zählen z.B. Dachdecker, Steinmetze, Zimmermänner, Tischler und Schornsteinfeger. 

 

Im Wesentlichen hat diese Kleidung zwei Funktionen zu erfüllen. Zum einen dient sie dem Schutz dessen, der sie am Leib trägt - in vielen Fällen sind die Kleidungsstücke aus robustem und atmungsaktivem Material - zum anderen dient die Kluft als Erkennungszeichen einzelner Zünfte. 

 

Ein weiterer jahrhundertealter Brauch ist die Walz oder auch die Tippelei. Nach bestandener Gesellenprüfung begeben sich die Gesellen auf eine Wanderschaft. Der Zweck der Walz ist es, dass sich die künftigen Handwerksmeister neue Fähigkeiten und Arbeitspraktiken aneignen. Die Wanderschaft muss mindestens drei Jahre und einen Tag dauern. 

 

Noch heute gelten die alten Regeln. So darf ein Handwerker den Weg nur zu Fuß oder per Anhalter bestreiten und während der Walz nicht näher als 50 Kilometer an seinen Heimatort heranreisen. 

 

Weiterhin müssen die Gesellen unter 30 Jahre alt, ledig und kinderlos sein. Sie dürfen weder Vorstrafen noch Schulden haben und müssen während der gesamten Wanderschaft die Kleidung ihrer Zunft tragen. 

 

Die Lebenserfahrung, die man auf der Walz sammeln kann, ist, neben der fachlichen Weiterbildung, für jeden einzelnen Wandergesellen ein Zugewinn.

 

Doch nicht nur das alte Brauchtum erfreut sich in der heutigen Zeit wieder zunehmenden Interesses.

 

Auch der Einsatz alter Handwerkstechniken und alter Materialien nimmt immer mehr Raum im Handwerkeralltag ein.

 

Ein alter Stoff erlebt aktuell sein Revival.

 

Lehm ist wieder Trend. Lehm ist ein sehr alter Baustoff mit einer langen Geschichte und er ist sehr vielseitig einsetzbar.

 

Heutzutage geht es vielen Menschen darum, ökologisch und schadstoffarm zu bauen. Auch ist es vielen wichtig, dass regionales Material zum Einsatz kommt. Da ist Lehm genau das Richtige. 

Er ist von Natur aus klimaregulierend und schadstoffdämmend. Der Lehmbau, sowohl im Außen- als auch Innenbereich erfreut sich zunehmender Beliebtheit. 

 

Gerade im Innenbereich ermöglicht der Einsatz von Lehmputz die Schaffung eines gesunden Raumklimas. Lehm wird in Deutschland seit Jahrhunderten beim Bau von z.B. Fachwerkhäusern verwendet.

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zählt auf seiner Internetseite Vorteile

des Baustoffs auf. „ Wände aus Lehm sorgen für eine konstante und gesunde Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Das schont die Schleimhäute der Anwohner und reduziert das Risiko für Erkältungskrankheiten.“

 

Zusätzlich absorbiert Lehm Rauch, Ausdünstungen und Schadstoffe. 

 

Selbst kleine Lehmflächen im Innenraum verbessern schon das Raumklima.

 

Alternativen zu Lehmputz sind Lehmstreichputze oder Lehmstreichfarben.

 

Diese Wandfarben besitzen zwar keinen feuchtigkeitsregulierenden Effekt, sie sind aber schadstofffrei, lichtecht, vergilben nicht und halten auf fast allen Oberflächen.

 

Dabei verbindet dieser Naturstoff Ökologie und Design. Lehmputz und Lehmfarbe gibt es heutzutage in vielen Variationen, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

 

Neben dem Lehm hat auch das Holz eine lange Tradition im Handwerk.

 

Es ist unverwüstlich und kann Jahrhunderte lang halten. Holzfussböden sind in Europa schon seit dem Mittelalter bekannt. 

 

Holz ist ein Rohstoff, der in Europa wächst und sich auf natürlichem Weg reproduzieren lässt.

Da der Baustoff als zeitlos und oft als Synonym für Wärme und Geborgenheit gilt, wird er immer stärker im Bereich des gesunden Bauens und Wohnens nachgefragt.

 

Gerade als Bodenbelag, als edles Parkett, besondere Dielen oder auch als Altholzboden, wird Holz immer wieder sehr gern eingesetzten. Jeder Holzfussboden ist dabei ein Unikat. 

 

Vollholzböden verfügen über viele positive Eigenschaften. Man kann sie häufig runderneuern, sie sind angenehm fußwarm und regulieren die Luftfeuchtigkeit. Holz aus nachhaltigem und ökologischem Anbau ist schadstoffarm. Dielen- und Parkettböden, die vom Fachmann verlegt werden und gesundheitsverträglich sowie emissionsarm sind, leisten einen großen Beitrag zum gesunden und behaglichen Wohnen.

 

Traditionelle Materialien werden in den letzten Jahren verstärkt nachgefragt. Gewerkeübergreifend reagiert die Branche auf diesen positiven Trend.

 

Die Fähigkeit Tradition und Zeitgeist miteinander in Einklang zu bringen und die  Brücke zwischen den traditionellen Techniken und dem modernen Handwerk zu schlagen- das zeichnet innovative und nachhaltig agierende Handwerksbetriebe aus.

 

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